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Speierling blüht erstmals

Gem 2018 Speierling Blüten

Die Römer brachten ihn vor 2000 Jahren mit und über die Alpen, weil sie den aus den Früchten gewonnenen herben Apfelwein so schätzten. Im Südwesten Deutschlands wuchsen noch vor gut 100 Jahren zehntausende dieser mit den Rosen verwandten Bäume, weil man mit dem Saft Nahrungsmittel haltbar machen konnte. Auch in der Medizin wurde das Mus der apfelartigen Früchte eingesetzt. Doch obwohl auch das Holz sehr wertvoll ist, verlor der Speierling gegen andere Kultur-Obstbäume.

Heute gibt es in ganz Deutschland vielleicht noch 2500 Exemplare, ist er von Aussterben bedroht. Deshalb wurde er schon im Jahr 1993 in Deutschland zum „Baum des Jahres“ gewählt.

Als vor gut 10 Jahren unterhalb des Rehborner Friedhofs mehrere hohe Douglasien gefällt werden mussten, weil sie gefährlich hoch wurden und umzustürzen drohten, bot Anwohner-Familie Link dem Gemeinderat an, einen standortgerechten, seltenen Baum zu stiften. In Absprache mit Förster Stefan Gesse wurde ein junger Speierling in einer spezialisierten Baumschule besorgt und an einem Herbsttag gesetzt. Seitdem wird der Baum von der Anwohnerfamilie gehegt und gepflegt.

In diesen Tagen dann der Lohn der Arbeit: Der mittlerweile zwar noch dünne, aber schon gut 4 Meter hohe Speierling blüht erstmals. Die weißen Blüten werden von Bienen umschwärmt. Ob der Baum in diesem Jahr auch schon seine Äpfel trägt, muss abgewartet werden. Für einen Rehborner Apfelsaft ala „Frankfurter Äppelwoi“ wird’s noch nicht reichen.

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